Animal rationabile
Die Fähigkeit zu reflektiertem Denken ist vorhanden, wird jedoch nicht zuverlässig aktiviert. Urteile können primär heuristisch, intuitiv, habitualisiert oder sozial übernommen entstehen.
ARM-3 trennt kognitive Leistung von epistemischer Verwendungsrichtung. Das Modell fragt nicht nur, ob jemand denken kann, sondern ob Denken der Modellkorrektur, dem Modellschutz oder gar keiner vertieften Prüfung dient.
Die Begriffe beschreiben keine biologischen oder moralischen Menschengruppen. Sie bezeichnen dominante epistemische Modi, zwischen denen dieselbe Person abhängig von Kontext und Belastung wechseln kann.
Die Fähigkeit zu reflektiertem Denken ist vorhanden, wird jedoch nicht zuverlässig aktiviert. Urteile können primär heuristisch, intuitiv, habitualisiert oder sozial übernommen entstehen.
Kognitive Ressourcen werden primär eingesetzt, um ein möglichst zutreffendes Modell zu bilden. Gegenevidenz kann das Gewicht einer Überzeugung verändern; Unsicherheit darf bestehen bleiben.
Kognitive Ressourcen werden unter erhöhtem Rationalisierungsdruck zunehmend dazu eingesetzt, ein bestehendes oder gewünschtes Modell zu erhalten. Hohe Intelligenz kann dabei komplexere Rechtfertigungen ermöglichen.
Die bisherigen Testdimensionen bleiben als beobachtbare Primärskalen bestehen. Darüber liegt eine neue theoretische Ebene, die erklärt, wie Modellrevision und Modellschutz entstehen können.
Wie stark kognitive Leistungsfähigkeit tatsächlich für aktive Analyse mobilisiert wird. In v1.1 primär aus Cognitive Performance und Need for Cognition gedacht.
Fähigkeit, eigene Annahmen, Sicherheit, Denkfehler und affektive Einflüsse zu überwachen und die Informationsverarbeitung zu regulieren.
Fähigkeit, konkurrierende Erklärungen offen zu halten, Perspektiven zu wechseln, Unsicherheit auszuhalten und ein Modell bei besserer Evidenz zu revidieren.
Grad der kognitiven, emotionalen, biographischen oder sozialen Verankerung einer Überzeugung im bestehenden Selbst- und Weltmodell.
Subjektive Kosten einer grundlegenden Revision: etwa für Selbstbild, Biographie, Status, Gruppenzugehörigkeit oder bereits getroffene Entscheidungen.
Wie empfindlich ein System auf Bedrohung reagiert und wie stark sich der beobachtete Modus zwischen neutralen und belastenden Situationen tatsächlich verschiebt.
Das alte ARM-3-v1.0-Modell setzte Rationalization Power aus Cognitive Activation und Defensive Pressure zusammen. v1.1 trennt künftig den Druck zur Modellverteidigung von der kognitiven Fähigkeit, diesen Druck argumentativ umzusetzen.
Dadurch kann ein hoch aktiviertes kognitives System sowohl besonders revisionsfähig als auch besonders elaboriert rationalisierend sein. Entscheidend ist nicht allein die Menge des Denkens, sondern seine epistemische Richtung.
Diese Formel ist keine validierte Messgleichung. Sie visualisiert eine Hypothese. Gewichte und funktionale Form müssten empirisch bestimmt werden.
Starke kognitive Aktivierung bei ausreichender Flexibilität und metakognitiver Kontrolle begünstigt evidenzorientierte Modellrevision.
Dieselben kognitiven Ressourcen können zur Suche nach Gegenargumenten, Hilfshypothesen und Modellschutz eingesetzt werden.
Die Fähigkeit zu rationaler Prüfung kann vorhanden sein, ohne dass sie ausreichend mobilisiert wird.
Ein grundsätzlich rationaler Modus kann unter Ego-, Status-, Gruppen-, Commitment-, Affekt- oder Unsicherheitsstress kippen.
10 Aufgaben zu Logik, konditionalem Denken, Bayes, Prozentdenken, Kausalität, Confounding, Reflexion und Falsifikation – einschließlich Confidence Calibration.
60 Selbstaussagen zu Need for Cognition, Metakognition, Intellectual Humility, Open-Minded Thinking, Unsicherheit sowie Ego-, Status-, Gruppen-, Commitment- und Affektachsen.
24 Szenarien vergleichen Neutral- und Threat-Bedingungen und erfassen Wissen, wahrscheinliches Verhalten, Rationalisierungs- und Rückzugstendenzen.
Das digitale Instrument verwendet aktuell Scoring v1.0.x. Die v1.1-Mechanismusebene ist eine theoretische Weiterentwicklung und wird erst nach Item-Reklassifikation und methodischer Prüfung in das Scoring übernommen.
Die Auswertung reduziert ARM-3 nicht auf ein einzelnes Etikett. Sie verbindet Animal State, Mechanismen, Prototypähnlichkeit und State Transition zu einem mehrdimensionalen Profil. Die folgenden Werte sind bewusst fiktiv und dienen ausschließlich der Darstellung.
84 % Prototypähnlichkeit
Hohe kognitive Aktivierung trifft in diesem fiktiven Profil auf vergleichsweise starke metakognitive Kontrolle und Flexibilität. Innerhalb des Modells begünstigt diese Konstellation eher Modellrevision als Modellschutz. Unter erhöhtem persönlichen Commitment kann sich der Zustand dennoch verschieben.
Animal State · Mechanismen · 10 Primärdimensionen · defensives Profil · State Transition · Archetypen · Datenqualität · Critical Question · Gesamtbewertung
Hinweis: Alle dargestellten Scores sind Illustrationswerte. Sie stammen nicht von einer realen Person, stellen keine Normwerte dar und erlauben keine Aussage über die Verteilung in einer Population.
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