ARM-3 · Foundation v1.1.3

Kapazität, Aktivierung, Schutzbedingungen und epistemisches Verhalten.

Die eingefrorene Kerntheorie trennt verfügbare kognitive Kapazität, zustandsabhängige Aktivierung, motivationale Antezedenzien, regulatorische Prozesse und beobachtbares epistemisches Verhalten. Höhere Labels werden erst danach angewendet.

Core / Foundation v1.1.3Research PrototypeLegacy Instrument v1.0 separat
01 · Idealtypische Modi

Drei sekundäre Interpretationen, keine festen Typen.

Modi werden aus dimensionalen Variablen und beobachtbaren Outcomes abgeleitet. Sie sind nicht erschöpfend, nicht moralisch und nicht über alle Situationen hinweg stabil.

01

Animal rationabile

Geringe Mobilisierung relativ zur verfügbaren Kapazität

Reflektive Kapazität erscheint verfügbar, wird im fokalen Problem aber vergleichsweise wenig mobilisiert. Schlechte Leistung allein reicht zur Identifikation nicht aus.

MinimalmerkmalLow mobilization
02

Animal rationale

Evidenzsensitive Regulation

Aktive Kognition bleibt gegenüber Evidenzqualität, Priors und Quellenzuverlässigkeit angemessen responsiv; Repräsentationen bleiben bei hinreichender Evidenz revidierbar.

MinimalmerkmalEvidence sensitivity
03

Animal rationalizans

Bevorzugter Modellschutz

Aktive Kognition zeigt unter motivational relevanten Einsatzbedingungen eine gerichtete Schutzasymmetrie, die nicht durch Evidenzqualität, Priors, Quellenzuverlässigkeit oder Wissen erklärt wird.

MinimalmerkmalProtective asymmetry
02 · Kernarchitektur

Erst trennen, dann interpretieren.

Leistung identifiziert Aktivierung nicht automatisch; Aktivierung identifiziert weder epistemische Qualität noch motivationale Richtung. Antezedenzien sind keine Evidenz für Rationalisierung.

C

Cognitive Capacity

Verfügbare aufgabenrelevante Schlussfolgerungsoperationen unter hinreichend aktivierenden und standardisierten Bedingungen.

CA

Cognitive Activation

Zustandsabhängige Mobilisierung verfügbarer Ressourcen. Nicht synonym mit Fähigkeit, Need for Cognition, Genauigkeit, Offenheit oder Metakognition.

MC

Model Commitment

Grad der aktuellen Zustimmung zu einer fokalen Repräsentation und ihrer Nutzung als Grundlage für Urteil oder Handlung.

MRC

Model Revision Cost

Erwarteter subjektiver oder praktischer Verlust, falls die fokale Repräsentation substanziell revidiert oder aufgegeben würde.

TE

Threat Exposure

Extern spezifiziertes oder experimentell manipuliertes Ereignis, das Revision motivational folgenreich machen kann.

TA

Threat Appraisal

Momentane subjektive Bewertung, dass eine Exposition eine glaubhafte Bedrohung für ein geschätztes Ergebnis oder Selbstmodell erzeugt.

TS

Threat Sensitivity

Mögliche personen- oder domänenspezifische Tendenz für stärkere TA bei vergleichbarer TE; möglicherweise besser als Random Slope modelliert.

CF

Cognitive Flexibility

Alternative Repräsentationen aufrechterhalten, zwischen ihnen wechseln oder sie bei Bedarf restrukturieren.

EMC

Epistemic Metacognitive Control

Monitoring und Regulation von Konfidenz, Annahmen, Evidenzstandards und möglichem motivationalem Einfluss.

03 · Model-Protection Pressure

MPP ist eine Klammer, kein Score und kein Kausalknoten.

MPP fasst die gemeinsame schutzrelevante Konfiguration insbesondere von MC, MRC und TA theoretisch zusammen. Die Konstrukte bleiben getrennt zu messen und ihre funktionale Beziehung ist empirisch zu schätzen.

CF und EMC gehören ausdrücklich nicht in MPP; sie sind mögliche Regulatoren der Übersetzung schutzrelevanter Bedingungen in epistemische Asymmetrie.

Konzeptuelle Hülle · keine Gleichung
MC · MRC · TA

Kein validierter latenter Faktor, kein globaler Score, kein Mediator zwischen Antezedenzien und Verhalten.

Model correction

Evidenzsensitive Veränderung

Eine fokale Repräsentation wird unter informativer Evidenz und relevanten Priors angemessen verändert.

Model protection

Bevorzugte Bewahrung

Schlussfolgerungsabhängige Suche, Gewichtung, Standards oder Interpretation schützen eine Repräsentation motivational kontingent.

Keine Bipolarität vorausgesetzt

Korrektur ≠ Gegenpol von Schutz

Geringe Korrektur kann auch durch Disengagement, Unsicherheit oder rationales Aussetzen des Urteils entstehen.

Epistemic Direction

Nur höhere Beschreibungsebene

Richtung ist weder direkt beobachtete Variable noch kausaler Mechanismus oder validiertes bipolares Merkmal.

04 · Messarchitektur

Fünf Ebenen müssen auseinandergehalten werden.

1

Kapazität

Unabhängig validierte Fähigkeitsmaße oder wiederholte Aufgaben unter stark rekrutierenden Bedingungen.

2

Aktivierung

State-CA über unabhängige Prozessindikatoren und Engagement-Manipulationen; nicht über das primäre epistemische Outcome.

3

Mechanismen

MC, MRC, TA, CF und EMC als getrennte Konstrukte; Selbstbericht etabliert keine epistemische Verhaltensqualität.

4

Manipulation

Schutzbedingungen und Aktivierungsförderung werden in Kausalstudien unabhängig randomisiert und per First Stage geprüft.

5

Behavioral Outcomes

Informationssuche, Evidenzgewichtung, Standards, Quellenbewertung, posteriore Überzeugungen und Konfidenzkalibrierung.

Messregel

Kein Verhaltensindikator darf in derselben konfirmatorischen Analyse zugleich CA operationalisieren und als primäres epistemisches Outcome dienen.

05 · Legacy Research Instrument v1.0

Das bestehende Testinstrument ist nicht die Operationalisierung von v1.1.3.

Das aktuelle 94-Item-Instrument entstand vor der Rekonstruktion der Foundation v1.1.3. Seine Items, Scores, Animal-State-Ausgaben und 16 Referenzprofile dürfen explorativ und zur Rückwärtskompatibilität weitergeführt werden, sind aber keine validierten latenten Konstrukte oder normativen Individualklassifikationen des Core.

A

Leistungsmodul

Bestehende Aufgaben können als Quelle für künftige Kapazitäts- und Itemmodelle dienen; ihre bisherige Summierung definiert C oder CA nicht automatisch.

B

Self Report

Bestehende Selbstberichte können die Itementwicklung für MC, MRC, TA, CF, EMC und Nachbarkonstrukte unterstützen, benötigen aber neue Konstruktvalidierung.

C

Situationsmodul

Legacy-Szenariocodes können explorativ bleiben, dürfen aber nicht als primäre Evidenz für Modusvalidität verwendet werden.

Foundation-Freeze

Frühere RP-/DP-/RSI-Formeln und Prototypähnlichkeiten gehören nicht zur rekonstruierten Core Theory v1.1.3. Das nächste Instrument muss von der Messarchitektur des Foundation Papers aus neu aufgebaut werden.