ARM-3 · Foundation v1.1.3 · Research Status

Was der Core behauptet – und woran er scheitern kann.

ARM-3 ist ein theoretischer Forschungsprototyp, kein validiertes psychometrisches oder diagnostisches System. Sein wissenschaftlicher Wert hängt davon ab, ob die Konstrukte operational identifizierbar sind, die zentrale Activation-by-Protection-Vorhersage preregistrierte Kausaltests übersteht und die Architektur gegenüber einfacheren Modellen zusätzlichen Wert liefert.

EEmpirischer Anschluss

Etablierte Literatur liefert Bausteine, aber keine Bestätigung der ARM-3-Architektur.

HCore-Hypothese

Prüfbare Aussage der Foundation v1.1.3.

RRivalenmodell

Einfachere Erklärungen müssen aktiv mitgetestet werden.

FFalsifikation

Scheitern zentraler Tests soll zu Vereinfachung, Zusammenlegung oder Verwerfung führen.

Empirische Anker

Forschung, an die ARM-3 anschließt.

E

Motivated Reasoning & Motivated Skepticism

Motivationale Ziele können Suche, Bewertung, Argumentation und Überzeugungsbildung beeinflussen. ARM-3 darf diese Phänomene nicht als eigene Entdeckung beanspruchen.

E

Belief Updating & Evidence Evaluation

Überzeugungsänderung lässt sich von vorgelagerten Prozessen wie Suche, Quellenakzeptanz, Interpretation und Evidenzgewichtung trennen.

E

Effort Allocation & Cognitive Control

Kognitiver Aufwand ist kostspielig und kontextsensitiv. ARM-3 ergänzt die Frage, ob mobilisierte Kognition unter Schutzdruck eine andere epistemische Richtung annimmt.

E

AOT, Intellectual Humility & Metacognition

Offenheit für Alternativen, Fallibilitätsbewusstsein, Monitoring und Kontrolle sind wichtige Vergleichskonstrukte, gegen die CF und EMC inkrementellen Wert zeigen müssen.

Kanonische Core-Hypothesen

H1–H7 der Foundation v1.1.3

H1

Kapazitäts-Aktivierungs-Dissoziation

C und Zustands-CA sollten empirisch trennbar sein; CA muss über Fähigkeit und State-/Trait-Engagement hinaus zusätzlichen Erklärungswert liefern.

H2

Differenzierung von Modellbindung und Revisionskosten

MC und MRC sollten diskriminante und inkrementelle Validität zeigen; andernfalls sind sie zusammenzuführen oder zu vereinfachen.

H3

Bedrohungsbewertungs-Pfad

TE sollte unter gematchten Bedingungen TA beeinflussen; TA kann einen Teil des Effekts übertragen und TS kann TE → TA moderieren.

H4

Modellschutz-Asymmetrie

Motivationale Passung sollte gerichtete Asymmetrie über Priors, Quellenzuverlässigkeit, Wissen und Aufgabenschwierigkeit hinaus vorhersagen.

H5a

Aktivierungs-×-Schutz

Positive preregistrierte Z_A × Z_P-ITT-Interaktion auf EWA, bedingt durch erfolgreiche unabhängige First-Stage-Prüfungen.

H5b

Elaborierter Rationalizans

Unter hohem Schutzdruck sollte unabhängig validierte stärkere Aktivierung die strukturelle Komplexität selektiven Schlussfolgerns über allgemeine Antwortkomplexität hinaus erhöhen.

H6

Regulatorische Moderation

CF und/oder EMC sollten die Übersetzung schutzrelevanter Bedingungen in MEA reduzieren, sofern sie eigenständige regulatorische Konstrukte sind.

H7

Inkrementelle Validität

ARM-3 sollte preregistrierte einfachere Modelle in einem komplexitätssensitiven Vergleich übertreffen; besserer In-Sample-Fit allein reicht nicht.

Kanonischer Kausaltest

H5a wird nicht durch irgendeine Korrelation bestätigt.

1

Schutzdruck randomisieren, ohne den Evidenzinhalt zu verändern; nach Möglichkeit Modellbesitz oder motivationale Passung experimentell erzeugen.

2

Aktivierungsförderung unabhängig vom Schutzdruck randomisieren und die Z_A × Z_P-ITT-Interaktion als primären Kausalkontrast schätzen.

3

First-Stage-Kriterien preregistrieren: Z_A muss ein unabhängiges CA-Maß ausreichend verändern; Z_P ein unabhängiges Schutzmanipulations-Maß.

4

Priors vor der Manipulation erheben und Quellenzuverlässigkeit experimentell festlegen oder unabhängig messen.

5

EWA als kanonisches primäres H5a-Outcome, Richtung, SESOI und Äquivalenzregion vorab festlegen.

6

Die Kerninteraktion in mindestens zwei unabhängig preregistrierten, first-stage-validen Paradigmen replizieren, davon mindestens eines durch ein unabhängiges Forschungsteam.

Legacy Instrument v1.0

Frühere Scores und 16 Referenzprofile sind nicht Teil der rekonstruierten Core Theory.

Epistemic Integrity, Epistemic Resilience, Defensive Pressure, frühere Rationalization Power, Rational Stability Index, Shift-Metriken und Prototypähnlichkeiten können für Rückwärtskompatibilität und explorative Forschung erhalten bleiben. Sie sind keine validierten latenten Konstrukte, keine Populationsnormen und keine normativen Individualklassifikationen der Foundation v1.1.3.

16Legacy

Referenzprofile / Prototypen

v1.0Explorativ

bestehendes Scoring

v2Neuaufbau

aus Messarchitektur v1.1.3

Keine retroaktive Validierung

Das neue Core Paper macht frühere Scores nicht nachträglich valide. Ein zukünftiges Instrument muss Kapazität, Aktivierung, Antezedenzien, Regulation und Outcomes unabhängig operationalisieren und erneut psychometrisch geprüft werden.

Disconfirmation

Wann ARM-3 schrumpfen oder scheitern soll.

C / CA

Wenn Kapazität und Zustandsaktivierung nicht zuverlässig getrennt werden können, muss die Trennung vereinfacht oder aufgegeben werden.

MC / MRC

Wenn beide Konstrukte keine diskriminante und inkrementelle Validität zeigen, sollen sie zusammengeführt werden.

H5a

Wenn die preregistrierte Kerninteraktion in gültigen kanonischen Tests nicht repliziert, ist der stärkste spezifische ARM-3-Claim nicht gestützt.

Rivalen

Wenn ein starker State-Engagement × Directional-Motivation-Rivale gleich gut erklärt und keine diskriminierende Vorhersage ARM-3 favorisiert, bleibt höchstens integrativer Organisationswert.

M4

Die ausgeweitete Mechanismusarchitektur verdient nur dann Verteidigung, wenn MC, MRC, TA, CF und EMC gegenüber dem einfacheren Core-Modell zusätzlichen Wert liefern.

Literaturauswahl

Wissenschaftliche Anschlussstellen

Die Auswahl dient der Einordnung des Core Papers und ersetzt keine systematische Literaturübersicht.

  1. Kunda, Z. (1990). The case for motivated reasoning. Psychological Bulletin, 108(3), 480–498.
  2. Taber, C. S. & Lodge, M. (2006). Motivated skepticism in the evaluation of political beliefs. American Journal of Political Science, 50(3), 755–769.
  3. Shenhav, A., Botvinick, M. M. & Cohen, J. D. (2013). The expected value of control. Neuron, 79(2), 217–240.
  4. Fleming, S. M. & Lau, H. C. (2014). How to measure metacognition. Frontiers in Human Neuroscience, 8, 443.
  5. Stanovich, K. E. & Toplak, M. E. (2023). Actively Open-Minded Thinking and Its Measurement. Journal of Intelligence, 11(2), 27.
  6. Sommer, J., Musolino, J. & Hemmer, P. (2024). Updating, evidence evaluation, and operator availability. Psychological Review, 131(2), 373–401.
Forschungsstatus

Foundation v1.1.3 ist ein nicht peer-reviewter theoretischer Research Prototype. Kein vorgeschlagener ARM-3-Mechanismus ist bereits als modellspezifisches valides latentes Konstrukt etabliert. Aktuelle Instrumentenscores dürfen nicht für klinische, rechtliche, Versicherungs-, Personal- oder andere High-Stakes-Entscheidungen verwendet werden.